Andre Gorz: Die Idee des Wissenskommunismus

Gorz unterscheidet zunächst zwischen zwei Arten von Wissen:

Zum einen gibt  es formalisierbares, erlernbares Wissen, das von seinen menschlichen oder stofflichen Trägern abgetrennt werden kann.In Form von Software ist es möglich, dieses nahezu kostenlos zu vervielfältigen. In diesem Zusammenhang spricht er von “Wissenskapital”.

Kommt es dazu, vergrössert sich sein gesellschaftlicher Nutzen, der “Warenwert” dieses Wissens hingegen tendiert dann gegen Null.

Die zweite Wissensform umfasst nach Gorz alle nicht formalisier- oder technisch ersetzbaren  menschlichen Fähigkeiten wie etwa Kreativität, Erfahrungswissen, Organisationsvermögen, “Soft Skills”. Dies ist der Faktor  “Humankapital”,  an dem sich der kapitalistische Verwertungsprozess zunehmend orientiert.

[Zunächst war ich folgendem Missverständnis aufgesessen:(Lernprozeß!)

Der Kapitalismus in seiner gegenwärtigen Form versucht, den Warenwert des Wissenskapitals zu erhalten, indem er die es enthaltenden Träger wie etwa Software oder auch Medien als "Privateigentum" zu einem knappen und damit teuren Gut macht.]

Je mehr  in der gegenwärtigen Wissensökonomie das Wissenskapital durch kostengünstige Softwarelösungen ersetzt wird, umdo mehr definiert sich die “Verwertbarkeit” eines Arbeitnehmers über das Humankapital. Nach Gorz kann die Ausübung solcher Fähigkeiten kaum in Anleitungen  und Gesetzen vorgegeben werden; vielmehr ist der Arbeitnehmer immer mehr dazu gezwungen, sich selbständig und vollständig  einzubringen. Damit verschwimme allmählich die Grenze zwischen persönlichem, privaten Bereich des Arbeitnehmers und der Berufstätigkeit.

One Response to “Andre Gorz: Die Idee des Wissenskommunismus”

Leave a Reply