Archive for June, 2010

Andre Gorz: Die Idee des Wissenskommunismus

Saturday, June 12th, 2010

Gorz unterscheidet zunächst zwischen zwei Arten von Wissen:

Zum einen gibt  es formalisierbares, erlernbares Wissen, das von seinen menschlichen oder stofflichen Trägern abgetrennt werden kann.In Form von Software ist es möglich, dieses nahezu kostenlos zu vervielfältigen. In diesem Zusammenhang spricht er von “Wissenskapital”.

Kommt es dazu, vergrössert sich sein gesellschaftlicher Nutzen, der “Warenwert” dieses Wissens hingegen tendiert dann gegen Null.

Die zweite Wissensform umfasst nach Gorz alle nicht formalisier- oder technisch ersetzbaren  menschlichen Fähigkeiten wie etwa Kreativität, Erfahrungswissen, Organisationsvermögen, “Soft Skills”. Dies ist der Faktor  “Humankapital”,  an dem sich der kapitalistische Verwertungsprozess zunehmend orientiert.

[Zunächst war ich folgendem Missverständnis aufgesessen:(Lernprozeß!)

Der Kapitalismus in seiner gegenwärtigen Form versucht, den Warenwert des Wissenskapitals zu erhalten, indem er die es enthaltenden Träger wie etwa Software oder auch Medien als "Privateigentum" zu einem knappen und damit teuren Gut macht.]

Je mehr  in der gegenwärtigen Wissensökonomie das Wissenskapital durch kostengünstige Softwarelösungen ersetzt wird, umdo mehr definiert sich die “Verwertbarkeit” eines Arbeitnehmers über das Humankapital. Nach Gorz kann die Ausübung solcher Fähigkeiten kaum in Anleitungen  und Gesetzen vorgegeben werden; vielmehr ist der Arbeitnehmer immer mehr dazu gezwungen, sich selbständig und vollständig  einzubringen. Damit verschwimme allmählich die Grenze zwischen persönlichem, privaten Bereich des Arbeitnehmers und der Berufstätigkeit.

Zusammenfassung der Kritik an Open Culture

Saturday, June 12th, 2010

Habe hier ein Wikibook gefunden, in dem viele Kritikpunkte an der Idee der “Open Culture” noch einmal zusammengefasst werden.

Wissensgesellschaft belebt IT-Branche

Friday, June 11th, 2010

Die Wissengesellschaft ist natürlich erst durch die verbesserte Informationstechnologie  in der heutigen Form möglich geworden.

In den letzten Jahrzehnten hat sich bereits klar gezeigt, dass umgekehrt die Fülle an Informationen und der Bedarf daran, die im Zuge der Entwicklung zur Wissensgesellschaft immer mehr gewachsen sind, immer höhere Anforderungen an die Technik stellt und die IT-Branche damit fortwährend belebt:

Immer mehr Information soll immer schneller und immer ortsunabhängiger zugänglich sein; immer mehr Daten müssen archiviert werden und intern immer schneller verarbeitet werden.

Besonders auffällig ist in der letzten Zeit durch das Bedürfnis nach Ortsunabhängigkeit die Enwticklung auf dem Mobilfunksektor, die mit mobilem Internetzugang und auch Videoübertragungen längst über bloßes Telefonieren hinausgeht.

(Quelle bzw. Inspiration: http://www.wi.hs-wismar.de/~laemmel/Lehre/WA/Artikel0806/Schomacker-Wissen.pdf)

Es liegt auf der Hand, dass dieser Effekt noch erheblich verstärkt wird, wenn alles Wissen ohne finanzielle Hürden aus dem Netz zu beziehen ist.

Kostenlose Inhalte gefährden ganze Berufsgruppen

Monday, June 7th, 2010

Habe hier noch einen Artikel gefunden der ziemlich schonungslos den heutigen Umgang mit Wissen im Internet darstellt:

http://mein.salzburg.com/blog/wirtschaft/2010/04/gestohlen-wird-taglich-vor-all.html

Eine Wissensgesellschaft, in der Wissen vollkommen frei und unentgeltlich zugänglich wäre, würde vielen Menschen, die dieses Wissen zusammentragen, ihre Lebensgrundlage entziehen. Als Beispiele werden hier Journalisten, Ingenieure, Fotografen, Filmemacher, Autoren, Architekten und Juristen genannt.

Es ist also davon auszugehen, dass in einer solchen Gesellschaft die Aufgaben der schöpferischen Tätigkeit von den Menschen zumeist in deren Freizeit übernommen wird.

Micropaymentsystem

Monday, June 7th, 2010

Das Konzept eines Internets mit einem großen Anteil an kostenpflichtigen Informationen würde momentan aller Wahrscheinlichkeit allein schon daran scheitern, dass es kein einfaches Bezahlsystem gibt. Ted Nelson begann bereits in den 60ern mit der Entwicklung eines Hypertextsystems, welches DeFacto als Konkurrenz des heutigen World Wide Web anzusehen wäre, dass u.a. auch ein Micropaymentsystem zur Zahlung von Kleinstbeträgen vorgesehen hatte. Obwohl dieses Projekt mit dem Namen Xanadu letztendlich nie abgeschlossen wurde, ist die Idee eines Plug-Ins, dass erfasst welche Seiten eines Dokuments aus dem WWW man sich ansieht und auch nur für diesen bezahlen muss schon interessant.