Andre Gorz: Die Idee des Wissenskommunismus

June 12th, 2010 by stefan1971hh

Gorz unterscheidet zunächst zwischen zwei Arten von Wissen:

Zum einen gibt  es formalisierbares, erlernbares Wissen, das von seinen menschlichen oder stofflichen Trägern abgetrennt werden kann.In Form von Software ist es möglich, dieses nahezu kostenlos zu vervielfältigen. In diesem Zusammenhang spricht er von “Wissenskapital”.

Kommt es dazu, vergrössert sich sein gesellschaftlicher Nutzen, der “Warenwert” dieses Wissens hingegen tendiert dann gegen Null.

Die zweite Wissensform umfasst nach Gorz alle nicht formalisier- oder technisch ersetzbaren  menschlichen Fähigkeiten wie etwa Kreativität, Erfahrungswissen, Organisationsvermögen, “Soft Skills”. Dies ist der Faktor  “Humankapital”,  an dem sich der kapitalistische Verwertungsprozess zunehmend orientiert.

[Zunächst war ich folgendem Missverständnis aufgesessen:(Lernprozeß!)

Der Kapitalismus in seiner gegenwärtigen Form versucht, den Warenwert des Wissenskapitals zu erhalten, indem er die es enthaltenden Träger wie etwa Software oder auch Medien als "Privateigentum" zu einem knappen und damit teuren Gut macht.]

Je mehr  in der gegenwärtigen Wissensökonomie das Wissenskapital durch kostengünstige Softwarelösungen ersetzt wird, umdo mehr definiert sich die “Verwertbarkeit” eines Arbeitnehmers über das Humankapital. Nach Gorz kann die Ausübung solcher Fähigkeiten kaum in Anleitungen  und Gesetzen vorgegeben werden; vielmehr ist der Arbeitnehmer immer mehr dazu gezwungen, sich selbständig und vollständig  einzubringen. Damit verschwimme allmählich die Grenze zwischen persönlichem, privaten Bereich des Arbeitnehmers und der Berufstätigkeit.

Zusammenfassung der Kritik an Open Culture

June 12th, 2010 by turner

Habe hier ein Wikibook gefunden, in dem viele Kritikpunkte an der Idee der “Open Culture” noch einmal zusammengefasst werden.

Wissensgesellschaft belebt IT-Branche

June 11th, 2010 by stefan1971hh

Die Wissengesellschaft ist natürlich erst durch die verbesserte Informationstechnologie  in der heutigen Form möglich geworden.

In den letzten Jahrzehnten hat sich bereits klar gezeigt, dass umgekehrt die Fülle an Informationen und der Bedarf daran, die im Zuge der Entwicklung zur Wissensgesellschaft immer mehr gewachsen sind, immer höhere Anforderungen an die Technik stellt und die IT-Branche damit fortwährend belebt:

Immer mehr Information soll immer schneller und immer ortsunabhängiger zugänglich sein; immer mehr Daten müssen archiviert werden und intern immer schneller verarbeitet werden.

Besonders auffällig ist in der letzten Zeit durch das Bedürfnis nach Ortsunabhängigkeit die Enwticklung auf dem Mobilfunksektor, die mit mobilem Internetzugang und auch Videoübertragungen längst über bloßes Telefonieren hinausgeht.

(Quelle bzw. Inspiration: http://www.wi.hs-wismar.de/~laemmel/Lehre/WA/Artikel0806/Schomacker-Wissen.pdf)

Es liegt auf der Hand, dass dieser Effekt noch erheblich verstärkt wird, wenn alles Wissen ohne finanzielle Hürden aus dem Netz zu beziehen ist.

Kostenlose Inhalte gefährden ganze Berufsgruppen

June 7th, 2010 by turner

Habe hier noch einen Artikel gefunden der ziemlich schonungslos den heutigen Umgang mit Wissen im Internet darstellt:

http://mein.salzburg.com/blog/wirtschaft/2010/04/gestohlen-wird-taglich-vor-all.html

Eine Wissensgesellschaft, in der Wissen vollkommen frei und unentgeltlich zugänglich wäre, würde vielen Menschen, die dieses Wissen zusammentragen, ihre Lebensgrundlage entziehen. Als Beispiele werden hier Journalisten, Ingenieure, Fotografen, Filmemacher, Autoren, Architekten und Juristen genannt.

Es ist also davon auszugehen, dass in einer solchen Gesellschaft die Aufgaben der schöpferischen Tätigkeit von den Menschen zumeist in deren Freizeit übernommen wird.

Micropaymentsystem

June 7th, 2010 by turner

Das Konzept eines Internets mit einem großen Anteil an kostenpflichtigen Informationen würde momentan aller Wahrscheinlichkeit allein schon daran scheitern, dass es kein einfaches Bezahlsystem gibt. Ted Nelson begann bereits in den 60ern mit der Entwicklung eines Hypertextsystems, welches DeFacto als Konkurrenz des heutigen World Wide Web anzusehen wäre, dass u.a. auch ein Micropaymentsystem zur Zahlung von Kleinstbeträgen vorgesehen hatte. Obwohl dieses Projekt mit dem Namen Xanadu letztendlich nie abgeschlossen wurde, ist die Idee eines Plug-Ins, dass erfasst welche Seiten eines Dokuments aus dem WWW man sich ansieht und auch nur für diesen bezahlen muss schon interessant.

Überblick

May 27th, 2010 by turner

Jaron Lanier, ein amerikanischer Informatiker und früher Entwickler im Bereich der Virtual Reality, erwähnte vor einiger Zeit den Begriff des digitalen Maoismus. Im Kern zielt der Begriff darauf ab, dass Systeme, die auf die Intelligenz und Aktivität der Masse angewiesen sind, keine Wahrheiten vermitteln, sondern nur die durchschnittliche Meinung einer anonymen Menschenmasse.  Insbesondere werden von ihm hier Wikipedia, dessen anonyme Autoren mit pseudo-wissenschaftlichen Aussagen die Masse schnell von ihrer Wahrheit überzeugen kann, aber auch OpenSource Projekte wie Linux, die in seinen Augen durch die kollektive Intelligenz der Masse, die an diesem Projekt arbeitet, kaum in der Lage ist etwas neues oder innovatives zu kreiren, kritisiert. Letztenendes zielt es immer darauf ab, dass die Menschen ihre individuelle Meinung an die des Kollektivs anpassen, da die kollektive Meinung in ihren Augen denen des Individuums überlegen ist.

Weitere Merkmale aus Wikipedia

May 3rd, 2010 by turner

Prinzipiell wird der Kern der Wissensgesellschaft in dem Nebensatz “…,dass das gesellschaftliche Leben in zunehmendem Maße durch die Ressource Wissen bestimmt wird” getroffen.

Aus ökonomischer Sicht ist insbesondere Interessant, dass in der Wissensgesellschaft (laut Daniel Bell) die Ressource Wissen die traditionellen Ressourcen Arbeit, Rohstoffe und Kapital zurückdrängt.

Auch einige der in Wikipedia enthaltenen Charakteristika der Wissensgesellschaft sind für unser Thema interessant:

  • Wissen wird zur strategischen Ressource in Produkten und Dienstleistungen
  • Wissen selbst wird zum veräußerlichen Gut

Interessant ist zudem noch, dass explizites Fachwissen an Wichtigkeit verlieren wird, da man es durch das (wichtigere) Grundlagenwissen bei Bedarf vergleichsweise schnell erlernen/abrufen kann, solange der Verstehungsprozess dieses Fachwissens effizient funktioniert.

Einstieg ins Thema

April 27th, 2010 by turner

[Stefan]

03.05.10

1. Phase: Recherche des Themas vor Festlegung auf einen Standpunkt

Was genau wird unter “Wissensgesellschaft” verstanden”?

Welche Erhebungen gibt es über die Wissensflut im Internet und ihre

bisherigen Auswirkungen?

Erste Anlaufstelle: Wikipedia

Es zeigt sich, dass die Definition des Begriff wider mein Erwarten nicht explizit auf neue Informationstechnologien wie das Internet bezug nimmt; er bezeichnet “…eine Gesellschaftsformation in hochentwickelten Ländern, in der individuelles und kollektives Wissen und seine Organisation vermehrt zur Grundlage des sozialen und ökonomischen Zusammenlebens wird….”

Umfang des Wissens und die Geschwindigkeit des Zugriffs darauf haben sich aber natürlich durch das Internet stark erhöht.

Sichtung der im Wikipedia-Artikel gelisteten Weblinks:

05.06.10

Der Begriff  “Wissensgesellschaft” wird oft synonym mit “Informationsgesellschaft”  verwendet.

Geschichtlicher Hintergrund dieses Begriffs ist der etwa ab Mitte des 20 Jh.wachsende Anteil dienstleistender Tätigkeiten unter den Beschäftigungsverhältnissen in den industrialisierten Staaten.

Diesem versuchte man zunächst mit dem Begriff”Dienstleistungsgesellschaft” gerecht zu werden;schliesslich zeigte sich, dass im Dienstleistungssektor immer mehrInformationsverarbeitung zur Anwendung kam, die sich nicht mehr direktim Bruttosozialprodukt niederschlug.

11.06.10.

Zusammenfassend zeigt sich bei Lektüre der Wikipedia-Artikel z, dass der Gebrauch der beiden Begriffe “Informations-” und “Wissensgesellschaft” nicht ganz einheitlich ist:

Manchmal werden die Begriffe synonym gebraucht, wobei oft der der “Informationsgesellschaft” als veraltet gilt;

zuweilen bezeichnen sie Entwicklungstufen der Gesellschaft, wobei Wissensgesellschaft den heutigen Zustand meint, in dem Wissen die Gesellschaft nicht nur in ökonomisch-technischer Hinsicht bestimmt, sondern darüber hinaus auch das soziale Zusammenleben maßgeblich bestimmt.

Eine dritte Terminologie schliesslich wendet beide auf die Gegenwart  an und versucht, zwischen dem rein ökonomischen Aspekt (Informationsgesellschaft)  und einer umfassenderen, auch die sozialen Aspekte umfassenden Betrachtungsweise (Wissensgesellschaft) zu unterscheiden.

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In bezug auf den Lernprozess: Es zeigt sich, dass die zunächst von mirals Einstieg beabsichtige Schärfung des Begriffes “Wissensgesellschaft” einerseits schwieriger, andererseits aber auch für die Fragestellung weniger hilfreich als erwartet ist.

Mein Eindruck ist, dass es um den Gesamteinfluss derInformationstechnologie gehen sollte ,da alle Definitionen sich mindestens implizit auf diesen beziehen.Ich werde versuchen, ihn im Einzelnenzu beleuchten.

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